Die Präsentation weist viele gute Ansätze und Ideen auf, wie man Moodle didaktisch sinnvoll einsetzen kann. Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass die meisten Lehrer “leider” Moodle nur als Plattform zum Dateiaustausch verwenden. Hier nun die Präsentation – zwar englischsprachig – aber wertvoll.
In den letzten Keynotes hat Martin Dougiamas immer wieder zehn Phasen bei der Nutzung von E-Learning vorgestellt, die hier mal mit 10 Stufen übersetzt dargestellt sind:
Ein passives Forum betrieben (meint: ein Forum ist vorhanden und steht den Teilnehmern zur Nutzung zur Verfügung)
Tests und Aufgaben
Wikis, Glossare und Datenbanken kommen zum Einsatz (besserer Content)
Ernsthafte aktive Nutzung des Forums (meint: aktives Fragen stellen und aktive Moderation)
Aktivitäten werden zu Sequenzen, die sich aufeinander beziehen, kombiniert
Die Funktionen der Lernaktivitäten werden intensiver reflektiert und auch zunächst verborgene Funktionen werden genutzt (z. B. Frage-und-Antwort-Forentyp oder von Nutzrn erstellte Glossare
Das Umfragemodul wird genutzt, um den Lernprozess zu erheben und zu reflektieren
Peer-Feedback (z. B. aus dem Workshop-Modul) wird angewandt
Der Austausch von Ideen, aktive Inhaltserarbeitung und Selbststudien werden zum Unterrichtsgegenstand
Im Blog von Ralf Hilgenstock wird darüber reflektiert, wie es im schulischen Alltag derzeit hauptsächlich noch aussieht: http://tinyurl.com/cb79dh
Erfreulich, dass an unserer Schule, doch mehrere Kolleginnen und Kollegen schon die Stufen 4 und 5 erreicht wurden.
Von 6.4.2009 – 8.4.2009 fand an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen die Tagung Moodle@School statt. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer hatten sich auf den Weg gemacht, während der Osterferien an der Tagung teilnehmen zu können. Darunter waren viele Moodle-Anfänger (ca. 40 %), die sich dafür interessierten, wie die Lernplattform Moodle am besten in ihren Unterricht zu integrieren ist. Aber auch für die versierteren Kolleginnen und Kollegen boten sich in den angebotenen Workshops viele Gelegenheiten, ihre Moodle-Kenntnisse zu vertiefen. In den Barcamps am Dienstag nachmittag fand ebenfalls ein reger Austausch statt, der sich natürlich auch in unzähligen fruchtbaren Gesprächen während der gemeinsamen Mahlzeiten und des abendlichen gemütlichen Beisammenseins fortsetzten. So wurden viele neue Kontakte geknüpft, Mailadressen ausgetauscht und Insiderwissen an viele interessierte Lehrerinnen und Lehrer weitergegeben.
Bei der Abschlusspodiumsdiskussion kamen allerdings einige Fragestellungen bezüglich des Datenschutzes und weiterer rechtlicher Fragen auf, die momentan noch nicht ganz befriedigend seitens des Kultusministeriums gelöst sind – sich aber in Bearbeitung befinden. Befinden wir uns hier rechtlich gesehen in einer “Grauzone”? Hier müssten sich die oberen Behörden noch stärker in die Pflicht nehmen und die Verwendung von Lernplattformen im Unterricht rechtlich absichern und in die entsprechenden Lehrpläne mit aufnehmen.
Die Fragestellung “Quo Vadis Moodle at School?” zeigte einige Stolpersteine auf, aber auch eine größtenteils positive Aufbruchstimmung. Da an unserer Schule (Volksschule Unterhaching) Moodle in mehreren Klassen mit in den Unterricht integriert ist und wir auf positive Erfahrungen zurückblicken können, hoffe ich, dass mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen sich auf den Weg machen werden, um über Moodle zu einem schülerzentrierten Unterricht zu gelangen. Auch der weitere gegenseitige Austausch, eine Vernetzung der interessierten Lehrer und die Unterstützung durch das Kultusministerium wird sicherlich dazu beitragen, dass virtuelle Lernplattformen wie Moodle, mehr und mehr Einzug in den Schulalltag halten und zur Bereicherung der unterrichtlichen Tätigkeit hinsichtlich der Medienkompetenz und Online-Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler beitragen werden.
“Quo Vadis Moodle at School?” – es bleibt abzuwarten, aber an vielen Ecken und Enden werden sichtlich alte Strukturen aufgebrochenund neue Wege beschritten.