Storytelling - Folgen
Im Dezember habe ich ein kleines Video über den Gebrauch von Storytelling an der Volksschule Unterhaching gedreht und ins Internet gestellt. Äußerst überrascht war ich dann doch, dass innerhalb von 2 Tagen eine Mail von Frau Sônia Sânchez Busqués eintraf, in welcher sie mich um Kontaktaufnahme bat, bezüglich des Einsatzes des Moodle-Storytelling-Moduls in der Klassenstufe 2. Es entwickelte sich ein reger Mailverkehr und ich erfuhr, dass das Modul an der Universität in Barcelona entwickelt wird und Interesse an unserem Feedback bestehen würde. Was könnte man verbessern, oder wo ist das Modul noch fehlerbehaftet. Frau Sânchez teilte mir mit, eine neuere Version mit einigen Verbesserungen sei fast fertig ist und sie würde uns diese gern vorstellen.
Aufgrund des intensiven Gedankenaustausches und auch der positiven Erfahrungen mit unseren “Kleinen” in der 2. Klasse unter Leitung der Klasslehrerin Frau Eva Belm, die sich zu wahren Weltmeistern entwickelten im Schreiben kleiner, äußerst lustiger und kreativer Geschichten, wurde ein Treffen vereinbart. Auch das Medienzentrum im Landkreis München, welches den Moodleserver hostet und technisch unter der Leitung von Herrn Frank Dressler wartet (er war es auch, der das Module probeweise installierte), wurde in das Treffen involviert.
So kam es, dass uns am 4./5. Februar 2010 Frau Sonia Sânchez hier in München besuchte in Begleitung eines der technischen Entwickler von der Universität Barcelona. Das Treffen war eine “win win” Angelegenheit auf beiden Seiten. Viele neue Ideen wurden eingebracht und man wird versuchen, diese programmtechnisch umzusetzen. Für den technischen Entwickler Marc Bria war es äußerst interessant und inspirierend, als er und Frau Sânchez unsere Schule besuchten und den Schülern der Klasse 2b beim Arbeiten zusehen konnten. Auch die Kinder waren begeistert und gespannt auf den Besuch aus Spanien und begrüßten unsere Gäste sogar auf Englisch. Anschließend bekamen unsere Gäste auch noch Einblick in unsere beiden Netbookklassen und deren Einsatz im Unterricht.

Nach dem Besuch in der Schule fuhren wir dann ins Medienzentrum und ein reger Gedankenaustausch bezüglich der Entwicklung und des didaktischen Einsatzes des Moduls Storytelling erfolgte. So erfuhren wir, dass ein anderes Modul entwickelt wird (Bildergallerie), wodurch die Kinder eigene Multimediadateien (Bilder, Sounds, Videos) auf die Moodleplattform hochladen können, um sie dann u. a. in ihren Geschichten einzufügen. Auch Fragen des Copyrights, des Datenschutzes und der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen in beiden Ländern wurden heiß diskutiert. Hier bestanen unterschiedliche Auffassungen, jedoch konnte letztendlich ein möglicher Kompromiss gefunden werden.
Weiterer Ausblick. Es soll versucht werden, über das Projekt Comenius Regio sich gegenseitig zu besuchen. Auch eine etwaige länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen einer spanischen Schulklasse, einer griechischen Schulklasse und einer Klasse unserer Schule ist angedacht. Wir sind schon gespannt auf die Weiterentwicklung des Moduls sowie einer kindgerechteren Moodleoberfläche, die ebenfalls in Angriff genommen werden soll.
All dies hat mich nun doch sehr ermutigt, weiter zu versuchen, die Lehrerschaft im Landkreis München zum Einsatz von Moodle als virtuelle Lernplattform zu motivieren, was allerdings, das möchte ich an dieser Stelle nicht verhehlen, eine zähe Angelegenheit ist.